Oxyfuel und Carbon Capture & Storage (CCS)

Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) und anderer namhafter Forschungsinstitutionen lassen keinen Zweifel daran, dass trotz technischer Fortschritte bei der Nutzung erneuerbarer Energien auf absehbare Zeit sowohl in Deutschland als auch international fossile Energieträger das Rückgrat der Stromerzeugung bleiben. Vor allem Schwellenländer wie China und Indien verdanken ihren rasanten wirtschaftlichen Aufstieg der Kohle. Bereits im Jahre 2005 verbrauchte allein China fast 40 % der Weltproduktion, die Hälfte davon in Kohlekraftwerken.

Vor allem die industrialisierten Länder stehen hier vor der gewaltigen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderung,  technologische Lösungen zu entwickeln, die einen Beitrag zum Klimaschutz und für den zunehmenden Wohlstand in diesen Ländern leisten. In den Bereichen Oxyfuel-Verbrennung, CO2-Abscheidung im Verbrennungsprozess und Lagerung von verflüssigtem Kohlendioxid in geologischen Speichern als wichtigste  Schlüsseltechnologien auf dem Weg zu einer CO2-armen Energiewandlung verfügen insbesondere die BTU Cottbus und das GFZ Potsdam über eine international anerkannte wissenschaftliche Expertise. Mit seinen Forschungskapazitäten und energiewirtschaftlichen Unternehmen bietet Brandenburg daher beste Voraussetzungen für die Entwicklung eines „energietechnischen Experimentallabors“ mit dem Ziel einer verstärkten Bündelung von know how zur weiteren Entwicklung von Spitzentechnologien in diesem Bereich.

Koordinatoren:
Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Krautz (BTU)
PD Dr. Michael Kühn (GFZ)

Prinzip der unterirdischen Speicherung von CO2: Injektion in einer Bohrung und messtechnische Überwachung mittels zweier Beobachtungsbohrungen am Standort Ketzin, Brandenburg. Quelle: GFZ Potsdam

Informationen zu Forschungsprojekten zur CO2-Speicherung in einem salinen Aquifer bei Ketzin (CO2SINK) und weiteren Projekten werden auf der Internetseite vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) bereitgestellt.
Informationen zum Ketzin Projekt
Weitere Forschungsprojekte zur Untersuchung der CO2 Speicherung
Zur CO2SINK Projektseite (in englisch)
Info Flyer zum download

Hintergrund: Mit dieser Pilotanlage Ketzin entsteht ein „Großlabor“, in dem das Verhalten von CO2 im Untergrund unter realistischen Bedingungen untersucht wird. „Heute dürfen eine sichere Energieversorgung und Umweltaspekte nicht mehr voneinander unabhängig betrachtet werden. Die Speicherung des Treibhausgases CO2 ist dabei eine Option zum Zeitgewinn bei der Entwicklung und Einführung CO2- armer Energietechnologien“ erklärt Professor Dr. Dr. h.c. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums. „Mit dem Projekt CO2SINK in Ketzin steht uns ein weltweit einzigartiges Labor zur Verfügung in welchem wir die Speicherung von CO2 im Untergrund und die Wechselwirkungen mit der Geo- und Biosphäre detailliert untersuchen können. Neben der Verminderung von CO2-Emissionen durch CO2-Abtrennung und Speicherung müssen regenerative – auch grundlastfähige – Energieressourcen erschlossen und Adaptionsstrategien entwickelt werden

Zur vollständigen Pressemitteilung des GFZ zum Start der unterirdischen CO2-Speicherung in Ketzin